Der Tag als ich Apple-Fanboy werden wollte!
Ja es ist wahr, ich habe ein iPhone und bin nun Teil der Apple-Familie, deshalb habe ich heute bei der Apple Keynote der 4.0er Firmware fürs iPhone und dem hoffentlich einhergehenden iPhone Multitasking entgegen gefiebert (man beachte: dem iPhone fehlt hier eine wesentliche Funktion). Außerdem wollte ich mich auch mal von mighty Steve, dem Mac-Flüsterer und CEO 2009 verzaubern lassen. Ich spielte mit dem Gedanken etwas Apple-Fanboy zu werden.
Und was nun? Ich fühle mich umschmeichelt, aber unbefriedigt! Die hübsche Dame war schön verpackt und der Flirt versprach allerhand, aber es kam nur zu einem Kuss auf der Türschwelle, wenn überhaupt, und der noch dazu enttäuschend gewöhnlich war! So viele Neuerungen (islate,ipad, neues iPhone…) wurden von der Apple-Medienmaschinerie als Gerüchte gestreut und noch viel mehr wurden von den Medien- und Fanboy-Gerüchteküchen zusätzlich launciert. Am Ende kommt das Apple iPad. Sieht aus wie bei Raumschiff Enterprise, also richtig cool, und ist ein Tablett-Computer mit UMTS und iPhone-Apps.
Was soll nun das iPad? Mit dem iBook-Store wird das iPad einen grandiosen ebook-Reader abgeben bzw. Apple kommt in den Markt der ebooks, die wohl bald in ibooks umbenannt werden. Apple will mit dem itunes-Store wahrscheinlich den Markt der digitalen Bücher nicht verpassen, was ich gut verstehen kann. Steve verkauft Musik, Filme und Serien und ihm fehlen halt noch die ebooks.
Was ist das tolle am iPad? Steve sagte, dass “75 Millionen Nutzer wissen, wie man das iPad bedient”, wohl weil das die Zahl der iPhone-Nutzer ist. Ich würde soweit gehen und sagen, dass wahrscheinlich jeder Noob das Ding bedienen werden kann, weil für das iPhone braucht auch keiner eine Anleitung. Auf einen Nenner gebracht, haben wir ein Mulit-touch Tablett zum surfen und lesen. (mehr Infos zum iPad)
Wird das iPad ein Erfolg? Na klar, das Ding ist von Apple, sieht cool aus und schaut Euch doch mal an was Microsoft im Vergleich für einen Slate-PC am Start hat *lol* Im Endeffekt muss Amazon und der Kindl sich in Acht nehmen und einige Tablett-Hersteller werden ganz schön sauer auf M$ werden, dass Microsoft es nicht geschafft hat etwas ähnliches zu produzieren.
Bin ich nun ein Apple-Fanboy geworden? Hätte ich die 4er Firmware fürs iPhone heute bekommen vielleicht, aber so wird mein kommender iPhone-Testbericht nicht ohne scharfe Kritik ausfallen. Und letztendlich konnte mich Steve nicht wirklich vom Hocker hauen. Hey Steve, ich bin noch lange kein Fanboy, da musst Du mehr auffahren!

Was kann das iPad, was das Slate von HP nicht kann? (Ich hab mich nicht wirklich schlau gemacht und du bist der erste bei dem ich lese, der beide in einem Beitrag in den Mund nimmt.)
# 1 28.1.10
Hätte Apple einfach sein OSX auf den iPad gespielt und der Tablett wäre ein ganz gewöhnliches PC-Tablett, dann wären beide miteinander zu vergleichen. Apple geht nicht unbedingt davon aus was vorhanden ist (natürlich auch), sondern überlegt was die optimale Lösung ist. MS im PC-Markt und Nokia auf dem Smartphone-Markt stellen irgendwas zur Verfügung und der Nutzer muss sehen was er daraus macht. Das hat auch seine Vorteile, aber Apple bietet eine neue Möglichkeit (= etwas innovatives).
Summa sumarum würde ich sagen, Apple stellt etwas für eine bestimmten Bereich an Anwendungen her und der Windows-HP-Tablett will wieder die eierlegende Wollmilchsau sein, die aber leider nichts richtig kann.
# 2 28.1.10
Hi Tim,
ich habe echt gestern etwas Mitleid mit Deiner Entscheidung gehabt, just jetzt über 600 EUR für ein iPhone auszugeben, als kein iPhone OS 4.0 vorgestellt wurde.
Warum hast Du Dir gerade jetzt eines und dann noch zu dem Preis gekauft?
Ich selbst nutze seit etwas weniger als sechs Monaten ein iPhone 3GS, aber ich hätte für die Einschränkungen und Gängelung, die ich tagtäglich durch Apples Kontrollwahn in Kauf nehmen muss, a) nie 600 EUR ausgegeben (auch nicht “versteckt” über eine Quersubventionierung durch den Mobilfunk-Vertrag) und b) mir nie so unmittelbar vor einer Keynote eine Anschaffung in dieser Preisklasse zugelegt. Dafür bin selbst ich nach bald sechs Monaten nicht Apple Fanboy genug. Und werde es wahrscheinlich auch nie: Denn bis jetzt konnte ich jedem in meinem Freundeskreis nur vom Kauf eines iPhone abraten. Und das kommt bei iPhone-Besitzern wohl nur selten vor. ;)
# 3 28.1.10
@fellowweb Das iPhone war schon lange auf der Wunschliste, wurde im Dezember gekauft und da war die Keynote noch gar nicht sprichreif. Ich berichte halt jetzt erst davon, weil ich jetzt erst wieder zum bloggen komme.
Übrigens zum Thema iPhone, als ehemaliger Nokia- bzw. Symbian-Nutzer stellt das iPhone eine Monsterupgrade dar.
Was ich gut finde und was nicht werde ich in den nächsten Tagen mal in einen Artikel verwursten.
# 4 28.1.10
Ah, okay. Ich hatte das so in Erinnerung, als ob Du es wirklich gerade erst diese Woche gekauft hattest.
Dann kann man zu dem Kauf ja nur gratulieren. ;)
Das Du es als so großes Upgrade von Symbian empfindest, freut mich natürlich. Ich bin die ganze Zeit am Überlegen, ob sich nicht jemand findet, der mir mein 3GS zu den irrsinnigen Preisen für Gebraucht-iPhones auf eBay – abkauft, damit ich mir für einen Bruchteil des Preises wieder ein Symbian S60-Gerät kaufe, das viele Sachen kann, in denen mich mein iPhone einschränkt. Das Kernbeispiel ist, dass ich auf Symbian S60 konstant meinen sipgate-Account laufen lassen kann und damit alle Anrufe an einem Endgerät rauskommen. Das PNS von Apple ist ein Workaround-Graus. Auf S60 kann ich seit Jahren drahtlos (und *schnell*) die Daten synchronisieren, die sich auch wirklich regelmäßig ändern: Adressbuch und Kalender. Beim iPhone muss ich da immer mit dem sperrigen, langsamen, drahtgebundenen iTunes mich rumärgern.
Beide Beispiele wirken natürlich nicht so hipp wie Evernote, DB Navigator, Instapaper o.ä. Aber auf hipp würde ich gerne verzichten, wenn dafür zum Beispiel diese zwei “Hygiene-Faktoren” stimmen würden.
Selbst wenn ich auf Symbian S60 wieder umsteige, wäre das zugegebenerweise wahrscheinlich nur bis zum Erscheinen der nächsten Hardware- und Software-Generation für das iPhone. ;)
# 5 28.1.10
iPhone Sipgate .. funktioniert ja gut,aber da man es nicht in den Hintergrund schicken kann nutze ich es auch nicht viel –> Lösung wäre iPhone Multithreading (und das gilt für viele Apps)
iPhone Sync … passiert bei mir alles über Google Sync und Musik und Podcasts über itunes… aber dazu schreibe ich noch einiges.
Theorie der Hygiene-Faktoren kannte ich noch nicht. Danke.
Ganz ehrlich: Bsp. Nokia bietet die weit bessere Hardware und das Symbian unterstützt eine Unzahl an Protokollen und bietet tolle Funktionen. Das jedes meiner alten Handys sich mit meinem Autoradio verbinden kann und das iPhone nicht, sagt ja schon alles. Bei den ganzen Vorteilen ist aber das Benutzererlebnis des iPhone perfekt und das der Symbian-Handy ist einfach umständlich und langsam.
# 6 28.1.10
Multitasking wäre ein Traum. (Jailbreaken hat es in meinen Augen nicht gebracht.) Dann wäre endlich dieser Krampf von Push Notification System erledigt.
Wie nutzt Du Google Sync? Ich meine damit nicht, wie und mit welchen Einstellungen Du es technisch eingerichtet hast. Das ist ja verhältnismäßig simpel.
a) Was synchronisierst Du? Kalender und/oder Kontakte?
b) Hast Du Google Calendar bzw. Google Contacts auch in einen Desktop Client eingebunden? Wenn ja welchen?
c) Falls Du Google Contacts nutzt: Leider hat Google es ja verpennt, seine die Felder eines Kontaktes in der Web-Oberfläche von Google Contacts nicht 100%ig Outlook-kompatibel zu gestalten. Ich hatte vor einiger Zeit daher immer mit Schwierigkeite bei der Synchronisation zum Beispiel von Adressfelder gelesen. Hattest Du da mal ein Problem?
Vielleicht könntest Du die Fragen berücksichtigen, wenn Du über Deine Erfahrungen mit OTA-Sync für das iPhone schreibst? :)
# 7 28.1.10
Habs mir notiert und gehe drauf ein.
# 8 28.1.10
Super, danke!
# 9 28.1.10
huch, ein Thinkpadianer geht zu Äppel
# 10 28.1.10
Nun ja, bei mir ist der “Apple-Wahn”, nach einem MacMini, einem iMac, einem MacBook, einem MBP und einem Powermac G4, mehr als abgeflaut. Zwei der Geräte befinden sich noch in meinem Besitz, werden aber alsbald unter den Hammer kommen. Wieso? Weil sich nach nun mehr 3 Jahren kein wirklicher Workflow eingesetzt hat, und sich die Vorteile gegenüber meinem Win7 in Grenzen halten. Von besserer Performance, Stabilität oder Usability ganz zu schweigen.
Das iPad haut mich sowieso nicht vom Hocker, und als Ebook-Reader? Nein danke! Als ich bei der Keynote schon wieder gesehen habe, wie sich das Licht in dem Teil gespiegelt hat, wurde mir schon wieder ganz anders. Wenn überhaupt, dann kommt mir dafür nur ein ausgesprochener Reader (z.B der Kindle) mit E-Ink-Display ins Haus! Außerdem habe ich auch keine Lust dem Hause Apple per iTunes-Store noch mehr Geld in den Rachen zu werfen.
Mein Fazit: Ich war nie wirklich “Fanboy”, dafür war ich immer viel zu kritisch, und mittlerweile bin ich mehr als “geheilt”. ;-)
# 11 30.1.10
Ein weiterer Vernünftiger :)
# 12 30.1.10
@Tim
Danke danke! ;-) Ich war wirklich eine Zeit lang mal richtig begeistert von dem ganzen Apple-Konzept und der Bedienung. Deswegen über die Jahre auch der Kauf so vieler Geräte. Erst mit der Zeit ist mir (teilweise schmerzlich) bewusst geworden, welche Einschränkungen mit OS X und der Bindung an die Hardware kamen, und welche Anwendungen ich dann doch vermisst habe, weil die Mac-Pendants nicht wirklich gleichwertig oder gar nicht vorhanden waren.
Mittlerweile “fahre” ich mit Windows 7 genauso gut wie mit XP, und ich muss sagen, dass mit dem neuen System einige (für mich sinnvolle) Neuerungen kamen, die mir die Arbeit am Rechner sehr erleichtern. Da fiel der Unterschied zum Apple-System nicht so sehr ins Gewicht.
# 13 31.1.10
@Sponski Ich finde es sehr interessant, dass einige durch die schleppende und teilweise schlechte Windows-Weiterentwicklung ihr Glück beim Mac probierten, aber letztlich aufgrund der hohen Erwartungen bzw. aufgrund von unhaltbaren Versprechungen, doch Windows 7 wieder eine Chance geben.
Ich sage es ganz klar, mir ist egal was den Job erledigt, ob Windows, Linux, OSX, BeOS, ZETA, OS/2 , DOS oder sogar BSD-Unix! Und ich sehe es genauso bzgl. Smartphones, ob iPhone OS, Android, Maemo , Palm OS, WebOS oder Windows Mobile den gewünschten Dienst offeriert ist mir Jacke wie Hose.
# 14 31.1.10
sorry aber tablet und erfolg…
dieses jahr wird das jahr des linux desktops!
Mal im Ernst, wofür braucht man ein gerät mit kleinem Bildschirm (okay, haben Netbooks auch und ich nutze eins), ohne Tastatur, ohne USB (!!!) und ohne Multitasking? Vielleicht als Ebook-reader – aber das ist eine Geräteklasse die sich mir sowieso nicht erschließt, schon gar nicht für den Preis und mit digital-restriction-management.
Und ja es sieht cool aus, kostet weniger als befürchtet…ist aber eben ein schwachbrüstiges Tablet.
# 15 01.2.10
“… ihr Glück beim Mac probierten, aber letztlich aufgrund der hohen Erwartungen bzw. aufgrund von unhaltbaren Versprechungen, doch Windows 7 wieder eine Chance geben.”
Im Prinzip ist das Konzept, das hinter den Macs steht (nämlich das, dem User ein intuitives, leicht zu bedienendes Gesamt-System zu bieten, ja recht löblich – und eigentlich funktioniert es auch. Der Knackpunkt ist halt der, das sowas auch seine Grenzen hat. Das heißt, wenn man “Normal-Anwender” ist, der ein bisschen im Netz surft, Mails schreibt und ein wenig chattet, kann man mit einem Mac nichts falsch machen und auch “Out-Of-The-Box” loslegen. Wenn man allerdings ein bisschen speziellere Anforderungen stellt und, ich sag mal, semi-professioneller Anwender ist, dann stößt man mit Mac-Software schnell an seine Grenzen. Natürlich wird einem, speziell durch die vom System mitgelieferten Programme, einiges an Eigenarbeit abgenommen, und ich muss sagen, dass ich oft ein “Aha-Erlebnis” hatte, wo ich dachte: “Oh, so einfach ist das.”. Aber im gleichen Maße musste ich mich auch oft den vorgeschriebenen Wegen der Programme beugen und konnte nicht so arbeiten, wie ich das wollte. Da fallen mit spontan die automatischen Sortierfunktionen in iTunes oder iPhoto ein, um nur mal zwei zu nennen. Man ist in der Nutzung einfach nicht frei genug.
Und Gleiches gilt auch für das iPad. Apple schreibt vor, welche Apps zu haben sind und was man mit dem Ding anstellen darf, was darauf läuft und was nicht. Und ich gehe sogar soweit zu sagen, dass Apple durch dieses Verhalten auch das zerstört, was das Netz ausmacht: ein offener und freier Austausch. Und ich finde es schon gefährlich, dass Apple (beispielsweise mit dem Verweigern von Flash auf seinen mobilen Geräten) so sehr die Entwicklung im Web mit “diktiert”. Gut, über Flash kann man sich natürlich streiten, und ich fände es auch nicht wirklich schade, wenn sich HTML5 da durchsetzen würde.
Selbiges gilt für das Konzept, dass von einem Hersteller alles angeboten wird (Hard- und Software), diese an alle Geräte gekoppelt sind, und Service-Leistungen nur vom Hersteller erbracht werden dürfen. Damit schließt man unabhängige PC-Schrauber und Dienstleister einfach aus, um an seinen Geräten immer noch weiter zu verdienen, nachdem man sie verkauft hat.
Genau aus diesen Gründen schätze ich auch Open-Source-Sachen so sehr, auch wenn ich nicht unbedingt die Meinung vertrete, dass man mit Software gar kein Geld verdienen sollte.
Ich hab mir jedenfalls auf meinem etwas betagten Sony Vaio Notebook Ubuntu installiert und kann sogar jetzt alles darauf machen, was auch unter Win oder Mac in meinem Anwendungsbereich liegt. Das war ein paar Versionsnummern vorher noch nicht der Fall. Aber das allein zeigt schon die Stärke des offenen Webs: Man kann mitgestalten, Vorschläge loswerden, die auch erhört werden, und ist nicht auf die “Gnade” kommerzieller Hersteller angewiesen, die sich ihre eigenen Monopole schaffen.
# 16 07.2.10
Ich kann Dir nur zustimmen!
# 17 07.2.10
Da kann ich dagegen überhaupt nicht zustimmen! Einschränkungen gibts überall, so ist das Leben. Auch bei Windows gibt es nicht alles und bei Linux schon dreimal nicht. Es ist noch gar nicht lange her, da waren Macs für jeden CAD’ler oder Designer und Webdesigner die einzig sinnvolle Maschine. Und auch heute noch gibts reichlich Techniken, die nicht auf Windows laufen. Daß Apple den Flashplayer beim iPhone und folgerichtig auch beim iPad nicht implementiert hat, mag zu einem gewissen Teil auch Taktik sein. Ganz wesentlich aber ist es durch den enormen Leistungshunger und damit auch dem Energieverbrauch geschuldet. Wer das nicht glauben mag, sollte sich mal den Spaß machen und auf einem Google Nexus One eine Webseite mit FlashPlugin aufrufen. Da kann man wunderbar sehen, wie die Videos und Animationen ruckeln und wie schnell der Akku leergesogen wird. Solange Adobe/Macromedia hier nicht tiefgreifend nachbessern, will ich gar kein Flash auf meinem iPhone und meinem iPad haben auch wenn ich damit einen Teil des Internets nicht nutzen kann. Ich kann auch nur jedem Kritiker des iPads ans Herz legen, das Gerät erst mal ausgiebig zu testen, bevor man sich schon eine feste und negative Meinung bildet. Its nothing like holding it in your hands.
# 18 12.7.10